Sport getrieben wird in Ottenhausen schon sehr lange. Der organisierte Sport jedoch hat im Jahr 1921 seinen Ausgangspunkt. Am 18. Juli 1921 gründete sich der Ottenhäuser Turnverein. Zu seinen Gründern gehörten unter anderen der damals in Ottenhausen seßhaft gewordene Schmiedemeister und 1. Vorsitzende Richard Böttcher und der Kantor Paul Gedicke.

Durch die Hände des Schmiedemeisters entstand auch eines der ersten Turngeräte des Vereins, ein Spannwerk. Dazu kam nach kurzer Zeit ein Holzbarren aus der Werkstatt des Stellmachermeisters Karl Gerlach. Geturnt wurde auf dem Saal des Gasthauses Leinhose, unserem heutigen Bürgerhaus.

Aufschwung erhielt der Turnbetrieb im Jahr 1925 durch die aktive Arbeit des im selben Jahr nach Ottenhausen übersiedelten Stellmachermeisters Martin Hübner. Neben dem Bau eines Turnpferdes und eines Turnbockes war er entscheidend an der Verbreitung und Durchführung des Turnfestes anläßlich des 5.jährigen Bestehens im Jahr 1926 beteiligt.

In den nachfolgenden Jahren nahm der Turnverein an zahlreichen überörtlichen Turn- und Sportfesten teil. Ende 1927 ließ sich der Verein durch die Bonner Fahnenfabrik für 250 Reichsmark eine Fahne anfertigen. Sie wurde fortan zum Vereinssymbol. Gemäß der Inschrift:    "Turnen stählt die Kraft.   Kraft ist, was Leben schafft" überstand die Fahne wohlbehütet die Wirren des Dritten Reiches. Nach jahrelangen Versteck  befindet sich die Fahne heute wieder fest in Vereinsbesitz und hat ihren beachteten Platz.

Im Friedrich-Ludwig-Jahn-Jahr 1929 fand in Ottenhausen wiederum ein Sportfest statt, im Rahmen dessen die im Herbst 1928 kurzfristig gepflanzte Eiche in der nähe unseres heutigen Bürgerhauses und unsere noch heute so benannte Jahnstraße feierlich eingeweiht wurden.

Ein weiterer Höhepunkt war das Jahr 1931. Das Bezirksturn- und Sportfest fand in Ottenhausen statt. Über 200 Sportlerinnen und Sportler mußten in Quartieren im Ort untergebracht werden. Den Sportplatz für das Sportfest stellte der Rittergutspächter Wilhelm Richter zur Verfügung. Dann kam die Zeit des Nazismus. Die Hitlerregierung löste alle Arbeitersportvereine auf. Auch unser Verein wurde 1934 auf einem Arbeiter-Sport-Kongress im Operntheater Nordhausen begraben. Sport wurde jedoch weiter betrieben, auch in der Kriegszeit. Anfang April 1945 war es mit dem Sport auf dem Saal vorerst zu Ende.  Der Sportverein musste den Saal räumen wegen Quartier für Bombengeschädigte aus Erfurt. Deshalb gingen alle Anstrengungen in Richtung der Schaffung eines ordentlichen Sportplatzes. In mühseliger Arbeit entstand so bis 1946 der neue und heutige Sportplatz an der Greußner Straße. Bald danach wurde im Verein geturnt und Fußball gespielt.

Während das Turnen dann in den Folgejahren immer weniger bis gar nicht mehr betrieben wurde, entwickelte sich der Fußball zur dominierenden Sportart. Von da an bis 2007 wurde durchweg mit ein oder mehreren Mannschaften Fußball am Punktspielbetrieb auf Kreisebene gespielt. Mitte der 50er Jahre entstand eine Abteilung Reitsport, die jedoch nur wenige Jahre existierte. Anfang der 60er Jahre faßte der Tischtennissport fuß. Aus dem Ping-Pong-Spiel  im ehemaligen Werkraum der Grundschule wurde Wettkampfsport im Jugend- und Männerbereich auf Kreis- und Bezirksebene.

Mit dem Beginn des Umbaues einer alten Scheune durch die Gemeinde im Jahr 1984 zu einer Mehrzweck-Sporthalle erhielt die sportliche Entwicklung einen wesentlichen Aufschwung. Noch im Jahr 1984 nahmen die Tischtennisspieler ihren neuen Tischtennisraum in der Sporthalle in Besitz. Von 1982 - 1984 existierte auch eine Sektion Ringen, die im Jugendbereich in diesen Jahren das Kreisniveau bestimmte. Mit dem Baubeginn der Kegelbahn in der Sporthalle im Jahr 1986 und dem ersten Kegelausscheid am 01.01.1987 etablierte sich der Kegelsport,. Die hieraus entstandene Abteilung wuchs schnell zu einer der größten Abteilungen unseres Vereins. Aus der Kegelbahn mit anfänglicher Handaufstellung wurde durch die Sportler mit aktiver Unterstützung der Gemeinde und unseres damals untribigen Bürgermeisters Siegmar John bis zum Jahr 1988 eine 2 - Bahn-Kegelanlage mit automatischer Anzeige und Aufstellung geschaffen. Zwischenzeitlich waren 5 Kegelmannschaften, darunter 2 Jugend-, 1 Frauen - und 2 Männermannschaften am Meisterschaftsspielbetrieb beteilgt.  

Die Wende im Jahr 1989 zur Einheit Deutschlands führte nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten zu einer neuen Vereinsbezeichnung und brachte die Bildung einer weiteren Abteilung hervor. Aus der bisherigen Sportgemeinschaft "Traktor Ottenhausen" wurde der Sportverein "Ottenhausen 1921 e.V.".

Aus der DTSB - Mitgliedschaft wurde die DSB - Mitgliedschaft und der Beitritt zum Landessportbund Thüringen. Aus dem Dörfchen Ottenhausen wurde der Stadtteil Ottenhausen, zugehörig zur Stadt Weißensee. Heute Schreiben wir das Jahr 2009 und es sind weitere 20 Jahre in der Geschichte unseres Vereins vergangen. Es hatten sich zwischenzeitlich die Abteilungen Karate, Tanzsport und Fitness gegründet von denen sich die Abteilung Fitness als einzige Abteilung etablieren konnte. In unserem Verein sind gegenwärtig 54 Mitglieder eingeschrieben und Sport wird in 4 Abteilungen (Kegeln, Tischtennis, Fitness und Fußball) betrieben. Leider sind unsere Fußballer nicht mehr im aktiven Wettkampfgeschehen vertreten, wie auch die anderen Abteilungen um ihre Spielfähigkeit kämpfen. Aber die demographische Entwicklung ist in unserem mittlerweile noch 340 Seelen-Ort wie auch im Verein spürbar.

Trotzdem wurde in den vergangenen 20 Jahren unsere Sportanlage pö -a - pö in Eigenregie in vielfältiger Weise umgebaut und saniert. Die Stadt Weißensee hält uns mit der kostenfreien Nutzung der Sportanlagen den Rücken frei. So ist unsere Sportanlage heute noch immer ein Treffpunkt  der Mitglieder und vieler sportbegeisteter Anhänger. Aber auch andere Vereine nutzen die Räumlichkeiten  für ihre gemeinnützigen Zwecke.

Der Verein stellt sich das Ziel, kontinuierlich an den Verbesserungen der Gebäude-, Raum- und Wettkampfbedingungen zu arbeiten und somit eine gute Basis und Qualität für sportliches Tun zu bereiten.

Der Großteil dieser geschichtlichen Darstellung ist der Sportfest-Proschüre aus dem Jahr 1991 entnommen. Der Autor war sicherlich unser ehemaliger Sportfreund Siegmar John, dem unser Verein gerade in der Zeit des Umbruchs und der Wende viel zu verdanken hat.

Uwe Schlegel
1. Vorsitzender
Ottenhausen im August 2009